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  • Noëmi

Alles Handarbeit!

Ich habe jetzt bereits eine Woche in meinem Projekt hinter mir. Am Anfang wurde ich etwas ins kalte Wasser geworfen. Als ich das Projekt besichtigt habe, haben sie mir gesagt, dass ich mir ein paar Sachen überlegen soll, die ich mit den Kids machen könnte. Das hat mich am Anfang etwas überfordert, doch ich hatte zwei-drei Ideen, die ich eventuell mit den Kids umsetzen könnte. Als ich dann am Montag morgen ankam sagten mir die Kids, dass wir den Garten machen müssten. Also verbrachten wir den ganzen Morgen damit, den Garten von Unkraut zu befreien. Zum Glück war es bewölkt, denn die Sonne ist hier extrem stark und dann wird es schnell hiess, auch wenn es nur 22 – 25° Celsius hat. Da wir auf ca. 2'700 Meter über Meer sind, musste ich nach der ganzen Arbeit in der Hocke oder gebückten Haltung jeweils langsam aufstehen, damit mir nicht schwindlig wurde. Ich muss mich noch daran gewöhnen, in dieser Höhe körperlich zu arbeiten. Nach dem Zmittag mussten wir in der Küche helfen und sie komplett putzen.

Auch am zweiten Tag war Handarbeit angesagt. Wir raffelten gefühlt 5 Kilo Karotten und machten Brot - von Hand versteht sich. Einzig eine Maschine zum Teig kneten haben sie, denn ich möchte wirklich nicht 10 Kilo Teig von Hand kneten. An einem Nachmittag mussten die Kids ihre Wäsche waschen. Als ich einem Neunjährigen Mädchen sagte, sie solle mir zeigen, wie genau sie die Wäsche mit der Bürste wäscht, schaute sie mich gross an. «Wie wäschst du denn deine Wäsche?» Ich erklärte ihr, dass wir dafür meist eine Maschine verwenden und wenn wir etwas von Hand waschen, dann sind das meist nur ganz wenig Sachen. Also lernte ich von einer Neunjährigen, wie man mit Seife, Wasser und Bürste die Kleider wäscht. Wobei es eher ein Einseifen war, denn sie hat die Kleider nach dem Waschen nur zwei – drei Mal in sauberem Wasser getunkt, sodass so gut wie alle Seife in den Kleidern blieb. Ziemlich Pflotschnass wurden sie dann aufgehängt zum Trocknen. An einem anderen Morgen mussten wir zu zweit 84 Kartoffeln schälen. Doch hier gibt es keine Sparschäler, hier wird alles mit Messern gemacht. Und so kleine Victorinox Messer, wie ich sie zu Hause meist benutze, haben sie natürlich auch nicht. Hier benutzen schon kleine Mädchen riesige Messer, die ziemlich scharf sind. Und na ja, wie soll ich sagen… Ich stellte mich ziemlich blöd an. Die Kids merkten schnell, dass ich nicht gut war im Schälen mit diesem grossen Messer, und so hat ein Mädchen die Kartoffeln geschält und ich habe die Augen herausgeschnitten. Währenddessen haben die anderen Gurken und Tomaten geschält und geschnitten für den Salat. An zwei – drei Nachmittagen hatten wir dann mal nichts zu tun und so konnte ich mit ihnen Armbändeli knüpfen. Ich habe in der Stadt Garn gekauft, und den Kids machte ich so eine riesen Freude. Ich musste ihnen zwar beibringen, dass sie etwas Geduld haben müssen, denn sie wollten natürlich nicht die einfachen, sondern die Bändeli mit Mustern machen. Diese brauchen nun mal mehr Zeit und man sieht nicht so schnell Fortschritte. Und da ich mich nicht teilen konnte, war es für mich ziemlich anstrengend, weil ich überall helfen sollte - gleichzeitig am Besten. Schlussendlich hatten sie aber den Dreh raus und ich konnte selber auch ein bisschen knüpfen. Nach einer Woche bin ich glücklich mit mienem Projekt. Die Mädchen sind super nett und jetzt habe ich auch heruausgefunden, wie es hier ungefähr läuft. Auch wenn der Anfang etwas seltsam war. Es tut gut Mal etwas anderes zu machen und draussen und mit den Händen zu arbeiten. Ausserdem lerne ich viele neue Dinge!


Nächste Woche möchte ich mit den Kids ein Musikvideo oder einen Kurzfilm drehen, weil sie sehr gerne Musikvideos schauen. Und da ich die Ausrüstung dazu habe, habe ich es vorgeschlagen und sie waren begeistert. Bin ja Mal gespannt, wie das wird.


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